Kalkmagerrasen auf dem Käsberg bei Braunhausen
Im FFH-Schutzgebiet „Kalkmagerrasen zwischen Morschen und Sontra“ sind über 65 vereinzelte Kalkkuppen unter Schutz gestellt. Lange Zeit war die einzige Nutzung der Flächen die Beweidung durch genügsame Tiere wie Schafe und Ziegen, die mit der kargen Kost der nährstoffarmen Flächen klarkommen. Mit dem Strukturwandel der Landwirtschaft gaben viele Schäfereien ihren Betrieb auf. Flächen wurden nicht mehr genutzt, es wuchsen Gehölze bis hin zur Entwicklung von Wäldern. Auf manchen Flächen wurden sogar standortfremde Kiefern (
Pinus sylvestris) angepflanzt. Für viele Pflanzen und Tiere bedeutete diese Entwicklung den Verlust ihres Lebensraums. Heute versuchen wir, diese wertvollen Kalkmagerrasen zurückzugewinnen und die Artenvielfalt wiederzubeleben.
Von der Wiederherstellung von Kalkmagerrasen profitieren seltene Arten, die auf diese Flächen angewiesen sind und in der Vergangenheit stark zurückgegangen sind – wie die Orchidee Dreizähniges Knabenkraut (
Orchis tridentata) und der Schmetterling Thymian-Ameisenbläuling (
Maculinea arion).
Insbesondere die Vernetzung der Teilgebiete ist von besonderer Bedeutung für den Erhalt der Vielfalt und der Arten. Schafe leisten dabei echte Naturschutzarbeit: In ihrer Wolle und an ihren Klauen tragen sie Samen von Kuppe zu Kuppe – so können sich Pflanzen ausbreiten und die Vielfalt kann somit gestärkt und erhalten bleiben.