Bekämpfung von „Problempflanzen“

Sie können helfen

Unser LPV kümmert sich darum, die Ausbreitung von "Problemplanzen" zu verhindern. Da wir nicht immer überall unsere Augen haben, benötigen wir Ihre Hilfe! Melden Sie gerne Vorkommen der nachfolgenden Pflanzen an unseren LPV. Bitte achten Sie darauf, etwaige Giftpflanzen nicht anzufassen. Bei Verdacht auf eine Vergiftung sollte sofort ärztliche Hilfe in Anspruch genommen werden.

Was sind „Problempflanzen“?

Pflanzen, die seit 1492 durch menschlichen Einfluss, z. B. Handel, in unsere Landschaft gelangt sind, werden als Neophyten ("Neue Pflanzen") bezeichnet. Neophyten haben das Potiential, sich dauerhaft anzusiedeln und auszubreiten. Werden sie dabei zur Gefahr für einheimische Arten oder das ökologische Gleichgewicht, spricht man von invasiven Arten bzw. „Problempflanzen“. Auch einheimische Pflanzen können negative Auswirkungen haben und als „Problempflanzen“ gelten.

Staudenlupine (Lupinus polyphyllus) – invasiver Neophyt

Die Staudenlupine wächst bis 1,5 m Höhe mit einem unverzweigten Stängel. Die Blätter sind fingerartig angeordnet und die violette und blaue Blüte in Traubenform. Einzelne Exemplare können auch weiß und rosa sein. 
Staudenlupine (Lupinus polyphyllus)

Verwechslungsgefahr

Staudenlupinen lassen sich leicht mit essbaren heimischen Süßlupinen, wie der Weißen Lupine (Lupinus albus) verwechseln. Bei Süßlupinen ist das Gift der Pflanzen allerdings durch Züchtung stark reduziert. Bei Unsicherheit: lieber einmal zu viel eine Süßlupine melden als eine Staudenlupine zu übersehen.

Gefahren

Alle Pflanzenteile – besonders die Samen – enthalten giftige Chinolizidin-Alkaloide wie Lupinin. Diese giftigen Bestandteile können bei Mensch und Tier Übelkeit, Schwindel, Magen-Darm-Beschwerden oder in schweren Fällen Atem- und Kreislaufprobleme auslösen. Auch in getrocknetem oder siliertem Zustand werden die Toxine nicht abgebaut. Weidetiere wie Kühe, Pferde oder Ziegen sind besonders gefährdet. Langfristiger Verzehr kann bei Kälbern sogar zu Knochenmissbildungen führen. 

Wie andere Hülsenfrüchte (Leguminosen) kann die Staudenlupine Stickstoff aus der Luft binden und in den Boden bringen. Dadurch wirkt sie wie ein natürlicher Dünger. Besonders auf armen, nährstoffarmen Böden kann das die Artenvielfalt gefährden.

Herbstzeitlose (Colchicum autumnale) – in Hessen heimisch

Herbstzeitlose sind ca. 8 bis 30 cm hohe Pflanzen mit trichterartig angeordneten Blättern. Sie wachsen besonders auf feuchten Wiesen und an Waldrändern. 
Blüte der Herbstzeitlosen (Colchicum autumnale).
Die Blätter der Herbstzeitlosen mit zwei großen Samenkapseln. Die Blätter sind leicht zu verwechseln mit dem Bärlauch (Allium ursinum). © BerndH. 

Verwechslungsgefahr

Wenn die Herbstzeitlosen im Herbst blühen, erinnern ihre großen, lilafarbenen Blüten an Krokusse. Die grünen Blätter im Frühjahr hingegen ähneln denen des Bärlauchs (Allium ursinum). Dadurch kommt es immer wieder zu Vergiftungsfällen.

Ein Erkennungsmerkmal hilft beim Unterscheiden von anderen Pflanzen: Bei der Herbstzeitlosen sind Blätter und Blüten nie gleichzeitig zu sehen. Im Frühjahr treiben zunächst die Blätter und der Samenstand aus der unterirdischen Knolle aus. Dieser grüne Bestand verschwindet im Laufe des Sommers. Erst im Spätsommer bis frühen Herbst erscheinen die großen, lilafarbenen Blüten. 

Gefahren

Alle Pflanzenteile – Blüten, Blätter, Samen und Knollen – enthalten das hochgiftige Colchicin. Dieser Stoff schädigt feine Blutgefäße und stört die Zellteilung, sodass das Wachstum von Gewebe, wie der Haut, gestoppt oder verlangsamt werden kann. Vergiftungserscheinungen zeigen sich oft erst nach zwei bis sechs Stunden: Zunächst brennt es im Mund, später folgen Schluckbeschwerden, Übelkeit, Erbrechen und blutige Durchfälle.
Auch für viele Tiere ist die Herbstzeitlose gefährlich – unter anderem für Rinder, Schafe, Ziegen, Hunde und Katzen. Besonders Pferde und Schweine reagieren empfindlich. Das Gift bleibt sogar in getrockneten Pflanzenteilen erhalten, sodass Heu mit Herbstzeitlosen unbrauchbar und giftig sein kann. Tiere, die Milch produzieren, können das Gift sogar über die Milch weitergeben, auch ohne selbst Symptome zu zeigen.

Mehr Infos zur Pflanze, dem Umgang und der Entsorgung finden Sie hier im Infoblatt.

Jakobskreuzkraut (Senecio jacobaea) – in Hessen heimisch

Das Jakobskreuzkraut kann bis zu 1 m hoch werden und hat eine aufrechte Wuchsform. Die Blätter sind gefiedert, während die Blüten in gelben Dolden angeordnet sind. Die Blütezeit erstreckt sich von Juni bis September.
Rosette und Blatt des Jakobskreuzkrautes im Herbst

Gefahren

In allen Pflanzenteilen stecken sogenannte Pyrrolizidinalkaloide, die die Leber schädigen können. Bei Menschen kann das Anfassen Hautreizungen oder allergische Reaktionen auslösen.

Das Gift des Jakobskreuzkrautes bleibt erhalten, auch wenn es zu Heu oder Silage verarbeitet wird. Weidetiere können es dann leicht fressen, obwohl sie die Pflanze frisch wegen ihres bitteren Geschmacks normalerweise meiden. Besonders Pferde und Rinder reagieren empfindlich: Wenn sie das Kraut öfter fressen, kann das zu schweren Krankheiten oder sogar zum Tod führen. 
Deshalb wird auch dazu geraten, die Weiden vor der Mahd zu kontrollieren. Einzelne Pflanzen sollten rechtzeitig entfernt werden, um eine weitere Ausbreitung und Gefährdung von Tieren zu vermeiden. 
Haben Sie Fragen? Melden Sie sich gerne bei unseren Ansprechpartnerin:
Zarah Greiner
Tel.: 06621-944 183

E-Mail: zarah.greiner@lpv-hef-rof.de
Geschäftsstelle
Landschaftspflegeverband
Hersfeld-Rotenburg e. V.
Leinenweberstraße 1
36251 Bad Hersfeld
Tel: 06621-944 181
E-Mail: buero@lpv-hef-rof.de


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