Ackerwildkräuter

Eine blühende Wiese mit Ackerwildkräutern. Im Vordergrund sind die weiße echte Kamille (Matricaria chamomilla) und der rote Klatsch-Mohnblumen (Papaver rhoeas) zu sehen. © Uwe Barth.
Früher waren sie bunt verteilt auf jedem Feld, heute sind sie dramatisch zurückgegangen: die Ackerwildkräuter. Hochrechnungen gehen von einem Populationsrückgang von über 95 % aus (Meyer & Gottwald, 2024).

Ackerwildkräuter, auch Segetalflora (von lat. segetalis = zur Saat gehörig), wachsen Seite an Seite mit Kulturpflanzen, und es braucht die Arbeit der Landwirte, um sie zu erhalten. Denn nur wo der Boden jährlich bearbeitet wird und offene Stellen entstehen, können ihre Samen keimen. Wird Unkraut mit Herbiziden oder mechanisch bekämpft, gehen die Ackerwildkräuter verloren. Auch starke Düngung führt zu Verlusten der Segetalflora. Bleibt ein Acker ungenutzt, breiten sich Gräser und Sträucher aus. Für die Ackerwildkräuter bleibt dann kein Platz mehr.

Dabei sind sie so nützlich: Ackerwildkräuter halten den Boden gesund und halten ihn an Ort und Stelle , und sorgen für ein aktives Bodenleben. In vielen Ackerlandschaften sind sie oft die einzige Nahrung für Insekten. Gleichzeitig bieten sie auch anderen Ackerbewohnern wie z. B. dem Rebhuhn Nahrung und verbessern die Bodenfruchtbarkeit.
Der Kleine Frauenspiegel (Legousia hybrida) blüht von Juni bis Juli oder sogar August. © Uwe Barth.
Die meisten der rund 350 Ackerwildkräuter sind klein, zart und konkurrenzschwach. Sie wachsen vor allem auf nährstoffarmen Böden. Nur etwa 20 Arten wie z. B. die Acker-Kratzdistel (Cirsium arvense) können problematisch für ihre Umwelt und Landwirt*innen werden, da sie sich stark ausbreiten und andere Pflanzen verdrängen. Doch keine Sorge: Je vielfältiger die Ackerwildkräuter auf einem Feld sind, desto geringer ist das Risiko, dass einzelne „Problemunkräuter“ überhandnehmen.
Um die Ackerwildkräuter zu unterstützen, haben wir ein Projekt rund um den Dreienberg geschaffen, denn dort kommt die seltene Segetalflora vor. Dabei unterstützen wir Landwirte, die in das Förderprogramm „HALM 2 Ackerwildkrautflächen“ einsteigen wollen. Dafür ist es notwendig, Teil der sogenannten Ackerwildkrautkulisse zu sein. Wir unterstützen bei der Einschätzung, ob die Flächen für eine Förderung geeignet sind, organisieren die Kartierungen der Ackerwildkräuter und erstellen die notwendigen Berichte. Außerdem beraten wir zur passenden Bewirtschaftung.

Die blau blühende Kornblume (Centaurea cyanus) blüht von Juni bis September bzw. Oktober. © Uwe Barth.
Haben wir Ihr Interesse geweckt und Sie möchten mehr erfahren oder möchten selber in das Förderprogramm aufgenommen werden? 

Wenden Sie sich gerne an unsere Ansprechpartnerin:
Zarah Greiner
Tel.: 06621-944 183

E-Mail: zarah.greiner@lpv-hef-rof.de
Geschäftsstelle
Landschaftspflegeverband
Hersfeld-Rotenburg e. V.
Leinenweberstraße 1
36251 Bad Hersfeld
Tel: 06621-944 181
E-Mail: buero@lpv-hef-rof.de


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